DSGVO war gestern, jetzt kommt die Filtermaschine (Leistungsschutzrecht)

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    • DSGVO war gestern, jetzt kommt die Filtermaschine (Leistungsschutzrecht)

      Der ein oder andere von euch wird es sicherlich schon mitbekommen haben, die Freiheit des Internets steht auf dem Spiel.

      Die DSGVO hat uns schon vor große Herausforderungen gestellt aber das, was nun kommen kann wird schlimmer. Das Ende des freien Internets wie wir es kennen. Eine Automatische Filtermaschine. Ein Algorithmus. Ein wahrscheinlich sehr Fehlerhafter Algorithmus.

      Doch was genau ist gemeint? Nun zum einen ist es Artikel 11, das sogenannte Leistungsschutzrecht. Klingt recht harmlos, ist es aber leider nicht. An dieser Stelle zitiere ich eine passage aus der Petition von change.org (Link folgt unten):

      Leistungsschutzrecht Artikel 11 des Reformvorschlags der EU-Kommission konzentriert sich vor allem auf das Leistungsschutzrecht der Informationsanbieter. Konkretisierte Presserechte sollen die Inhalte ebendieser Anbieter schützen und erfordern für deren Verwendung den Erwerb einer Lizenz. Das wird vor allem Seiten wie Bundlenews oder andere Nachrichtenportale massiv in Mitleidenschaft ziehen, da zitierte Texte als Urheberrechtsverstoß deklariert werden könnten. Die Problematik hierbei ist vergleichsweise simpel: Ein großer Teil der Anbieter von Nachrichten im Netz lebt von Seitenaufrufen und den daraus resultierenden Werbeeinnahmen, die generiert werden, wenn Nutzer über externe Links auf sie zugreifen. Ist ein Portal nicht willens oder in der Lage für die notwendigen Lizenzen zu zahlen, bleiben auch ebendiese Aufrufe aus. Der Gesetzesentwurf, welcher ursprünglich die Anbieter unterstützen sollte, wird ihnen auf diesem Wege die Existenzgrundlage nehmen.


      Hm...nicht besonders toll, oder? Aber es geht noch weiter.

      Mit Artikel 13.

      Der Upload-Filter. Was tut dieser? Nun er soll alles was im Internet so veröffentlicht wird auf einen Urheberrechtsverstoß prüfen. Die Grundidee ist nicht verkehrt, aber in Verbindung mit Artikel 11 wird es dann eng.

      Auch hier wieder ein Zitat von change.org:

      Upload-Filter Die Umsetzung des 13. Artikels hat eine komplette Echtzeitfilterung der Inhalte, die künftig im Netz hochgeladen werden, zur Folge. Letztlich bedeutet das: Jedes Datenpaket wird in Zukunft von einem potentiell fehleranfälligen Algorithmus automatisiert geprüft werden. Dies ist vergleichbar mit dem fehlerhaften Algorithmus von YouTube, bei dem häufig auch fälschlicherweise Inhalte gelöscht werden, welche nicht urheberrechtlich geschützt sind. Lässt man sich den Gedanken eines alles analysierenden Algorithmus' erst mal auf der Zunge zergehen, so ist ein Orwell'sches Szenario à la "1984" nicht mehr weit entfernt. Wir stehen derzeit einem Umbruch gegenüber, der die uns bekannte Netzkultur nachhaltig verändern kann.


      Meiner Meinung nach sind wir alle, sollte es tatsächlich dazu kommen, tierisch "am Arsch".

      Daher tut euch, tut mir, tut uns allen und vor allem der Freiheit des Internets einen Gefallen und unterschreibt die Petetion:

      change.org/p/stoppt-die-zensur…m=psf_combo_share_initial


      Hier noch ein weiterer informativer Artikel dazu:

      t3n.de/news/leistungsschutzrec…uer-uploadfilter-1086337/


      In der Hoffnung auf eine Rettung des freien Internets,

      Cedric

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    • Jonas48JJ schrieb:

      Die Reform wurde soeben vom EU-Parlament beschlossen. Sämtliche Proteste und Bedenken an der Reform wurden ignoriert. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wie die Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht aussieht. Bitte zieht eure Konsequenzen aus der Entscheidung und geht Ende Mai zur Europawahl!
      Ja die Reform kommt, aber ignoriert wurden die Prodeste nicht, wenn du dir das Ergebnis anschaust, siehste das es durchaus einige gibt die ihre Meinung veränderten. Darüber hinaus ist auch hier mal die Demokratie so, dass nicht nur die die da gegen sind sondern auch die Fürsprecher eine Stimme haben. Und die 5 Millionen Klicks auf der online Pedition europaweit und 200k deutschlandweit auf der Strasse, entspricht nicht der Meinung aller davon betroffenen, bzw. stimmberechtigten oder in den Länder lebenden Menschen. Nichts desto trotz wäre eine bessere/durchdachtere Reform wünschenswert gewesen.
    • Da hast du völlig recht, jedoch finde ich, dass die gesellschaftliche Meinung nicht richtig, bzw. nicht vollständig im EU-Parlament vertreten wird. Dazu kommen viele Einflüsse erfolgreicher Lobbyarbeit. Ich hoffe, dass die kommende Wahl die gegenwärtige Besetzung des Parlaments verändern wird. Das bis vor wenigen Wochen in den klassischen Medien (TV, Zeitung, Radio) kaum über die Pläne der Reform berichtet wurde, hat dazu geführt, dass viele, besonders ältere Menschen, für die das Internet Neuland ist, keine Meinung zu dem Thema hatten, bzw. eher den erfahrenen Politikern à la Axel Voss, als den jungen "Schulschwänzern" glauben schenkten. Mein Lehrer für Wirtschaft beispielsweise, der jeden Abend sämtliche Nachrichten schaut und immer auf dem Neuesten Stand ist, wusste bis vor Kurzem von der ganzen Debatte nichts. Selbstverständlich haben die Medien ein nachvollziehbares Interesse an der Umsetzung des Reformvorhabens...
      Ich denke auch nicht wirklich, dass das Ganze zu Zensur führt oder YouTube jetzt tot ist, ich denke eher an kleinere Plattformen, die durch die unzumutbare Verantwortung ihre Dienste nicht mehr anbieten können.

      Naja, soviel zu meiner Meinung. Bleibt abzuwarten, was draus wird.
      Allen ist das Denken erlaubt. Vielen bleibt es erspart :D
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    • Jonas48JJ schrieb:

      Die Reform wurde soeben vom EU-Parlament beschlossen. Sämtliche Proteste und Bedenken an der Reform wurden ignoriert. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wie die Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht aussieht. Bitte zieht eure Konsequenzen aus der Entscheidung und geht Ende Mai zur Europawahl!

      Da werde ich dich ein bisschen enttäuschen müssen. Das nationale Recht wird sich nah an der Richtlinie orientieren müssen. Von daher war der Versuch auf nationaler Ebene der CDU nur ein kläglicher Versuch, Ruhe in die Debatte zu bringen. Mit ein bisschen Glück wird das Ding noch vom EUGH einkassiert.

      Europawahl ist aber auf jedenfall fällig. Wer da wählen darf, der sollte das auch zwingend tun. Die Wahl der Partei überlass ich jedem selber. Gute Grafiken zum Abstimmverhalten deutscher Abgeordneter finden sich auf Twitter reichlich. Dazu gehe man auf die Accounts von Julia Reda, Martin Sonneborn oder Herrnewstime. Seine Schlussfolgerungen und Entscheidungen muss daraus jeder selber ziehen. Mir steht es bei einer freien und geheimen Wahl nicht zu, bekannte Twitter Hashtags in die Runde zu werfen. Auch das gehört zur Demokratie. Die Proteste haben auf jedenfall gute Wirkung gezeigt. Sehr gute sogar.